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Vulkan(ver)suche II

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Volcan Concepción

im suedwesten von nicaragua, etwa eine stunde von san juan del sur, liegt ein ungeheuer grosser suesswassersee, der lago de nicaragua. vor jahrhunderten haben zwei ausbrechende vulkane eine doppelinsel geformt, die nun gekroent durch die zwei scheinbar ruhenden kegel nahe des westlichen seeufers liegt. isla de ometepe ist verschlafen, gruen und fruchtbar und bietet natuerlich die herausforderung des gipfels. wir entscheiden uns fuer den hoeheren, volcán concepción, der sich immerhin gut 1600 meter ueber das seeniveau erhebt.

schon am vorabend ist der gipfel von einem graeulichen wolkenhut verhuellt, dennoch ruesten wir uns optimistisch mit erdnussbutter, zwieback und tunfischkonserven (man wird flexibel ohne migros in der hinterhand) und versuchen morgens um 6 uhr unser glueck. die mehrstuendige und ziemlich steile wanderung fuehrt uns durch satten urwald ueber schwarzsandigen boden und schliesslich jenseits der baumgrenze in feuchtgruene wolkenwiesen. bei etwa 1000 meter ueber see muessen wir aber leider abbrechen; die sturmboeen, die ueber die schmalen felsgrate sausen, reissen nicht nur kletterer in die tiefe, sondern druecken auch die giftigen gase aus dem krater in die bergflanken.
der blick aber aus dem weissen waschkuechennebel durch die immer wieder aufreissenden wolken in die sonnenueberflutete inselebene ist uns mehr als genug entschaedigung fuer den gipfel.

Haialarm

der lago de nicaragua gilt uebrigens als einziges suessgewaesser mit haivorkommen. die geruechte, die sich darum ranken, konnten wir nicht beendend klaeren. am einleuchtendsten schien uns die theorie, nach der eine bestimmte haiart waehrend der ausformung des zentralamerikanischen landmassivs mitsamt den wassermassen des zukuenftigen sees vom meer isoliert wurde und sich mit dem veranderten wasserambiente im laufe eines evolutionsprozesses an die neuen anforderungen angepasst hat.
ein paar nicas erzaehlen mir aber mit aller glaubwuerdigkeit ihrer weitaufgesperrten augen, die weiblichen haie kaemen jedes jahr den rio san juan heraufgeschwommen, um ihre eier im see zu legen, wo die junghaie sich bereits im ei an das suesswasser anpassen und fuerderhin ihr dasein fristen.
wir haben auf ometepe riesenspinnen gefochten, mit feisten schweinen um unser abendessen gerungen, zwischen stieren und knochigen kuehen gebadet - haie sind uns nicht begegnet.

Posted by canica 02.01.2007 8:35 AM Archived in Nicaragua

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