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Antigua Guatemala

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Stadtleben

nach kurzer nacht und mit leicht schmerzendem kopf geht es weiter richtung antigua. einige busse und eine sehr unkomplizierte grenze spaeter (seit guatemala zusammen mit honduras, nicaragua und el salvador die CA 4, eine kleine zentralamarikanische union bildet, wird an den grenzen nur noch kassiert, nicht mehr gestempelt. fuer einen netten augenaufschlag bekomme ich aber doch ein kleines andenken in meinen pass) erreiche ich antigua, die legendaere ehemalige landeshauptstadt.

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im 18. jh zum wiederholten male von erdbeben verhehrt, ist die stadt heute nur noch antigua guatemala, das alte guatemala; das neue ist seitdem als guatemala-city landeshauptstadt und regierungssitz. trotz unzaehliger erdbebenruinen zu deren wiederherstellung es nie gekommen ist, erzaehlt auch jetzt noch jeder strassenzug von den glorreichen tagen, in denen von hier aus nicht nur das heutige guatemala sondern auch suedmexiko und zentralamerika bis nach kolumbien regiert wurde. wunderschoene kirchen und kloster wechseln mit herrschaftlichen buergerhausern und bluehendbewachsenem gemaeuer.

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soviel schoenheit bleibt natuerlich nicht unbemerkt: antigua wimmelt nur so von touristen in allen farben und formen. backpacker, pauschalurlauber, kulturreisende, kurzbesucher, fliterwochenender ziehen eine unzahl huebscher bis aufdringlicher restaurants und cafes nach sich, die ungezaehlten sprachschulen betreiben jeweils auch mindestens ein reisebuero, wenn nicht ein hotel und gemessen an der anzahl sprachschueler, die hier total authentisch in familien unterkommen, kann es eigentlich kaum einen haushalt in antigua geben, in dem nicht mindesten ein gringo am mittagstisch sitzt.
das mindert die schoenheit der stadt nicht im geringsten, laesst mich aber richtung baldige weiterreise planen.

antigua3.jpg

Volcán Pacaya

vorher wird aber noch ein vulkan bestiegen. der bus bringt mich bis ziemlich nah unter den gipfel, von da sind es nur noch 500 hoehen- und 5 kilometer bis zur maximal erklimmbaren flanke - und dort gibt es dann echte lava zu sehen, so viel das herz begehrt! die letzten laufminuten wird es heisser und heisser, wir lassen den erst waldigen, dann grasigen weg hinter uns und klimmen durch felder geronnenen, schwarzen lavagesteins. die schuhsolen erhitzen sich, die luft flimmert und hin und wieder kann man in einer spalte unter den eigenen fuessen gluehende hoehlen sehen, ueber denen vorgaenger offensichtlich eier gekocht haben.

pacaya1.jpg

der anfangs erfrischende wind bringt nun sengende luft. eine weitere biegung und vor mir waelzt sich ein gigantischer strom orange-gluehender lava den hang herunter. wir naehern uns bis an den fuss des stroms; auf etwa zehn meter entfernung ist kein weitergehen mehr, die hitze ist unertraeglich! der stete strom der von oben nachfliesst, staut sich hier in einem gluehenden, teils erstarrenden geroellhaufen, von dem sich staendig unter lautem gepolter und unter ausloesen betaeubender hitzewellen, glutbrocken loesen und talwaerts rollen.

pacaya2.jpg

jemand hat marshmellows mitgebracht, die nun mit einem langen stock und ausgetrecktem arm uber den gluehenden spalten geroestet werden; die kleinen flaumbaellchen schmelzen innerhalb von fuenf sekunden, zwei sekunden spaeter gehen sie bereits in flammen auf. auch der stock entzuendet sich in der heissen luft ohne direkte beruehrung mit der glut.

pacaya3.jpg

ich bin tiefbeindruckt.

der abstieg geht durch den inzwischen finsteren wald, glueklicherweise haben diverse mitwanderer taschenlampen dabei.

Posted by canica 11:34 Archived in Guatemala

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