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Der Berg ruft - Abkuehlen in Boquete

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Wandertage

als ich nach der wilden bootsfahrt nach portobelo, chickenbus nach panama-city, nachtbus nach david, umsteigen auf weiteren chickenbus nach boquete schliesslich morgens um 8 in den bergen ankomme, erscheint mir alles unwahrscheinlich traumartig. es ist kaum zu glauben, dass ich nur wenige kilometer gereist bin, um hierher zu kommen. boquete in den bergen von chirriqui ist eine wunderbare abwechslung von der tropischen hitze und feuchtigkeit der kueste. die luft ist klar und kuehl, die sonne so strahlend hell; lieblich ist das dorf in sattgruene huegel gebettet, rundherum wachsen nadelbaueme und dichter zauberhafter wolkenwald (bosque nubioso - cloud forest, wie nennt sich der auf deutsch..?) ueber allem wacht der volcan barú, seit langem inaktiv, dennoch gibt es in der umgebung viele schwefelbecken und heisse quellen, die anlass bieten zu herrlichen spaziergaengen und wanderungen.

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den schoensten ausflug mache ich mit irit, einer israeli, eine tageswanderung durch den urwald, ueber den sendero los quetzales von punta cerro nach boquete. auch wenn wir nicht das glueck haben, einen dieser bunten, federwundrigen quetzales zu sehen, und irit ein durchschnittliches reisetempo von 2 kmh an den tag legt (drei jahre militaer fuer nichts und wieder nichts), ist die wanderung herrlich. am pass auf 2800 metern treffen wir auf bente, eine deutsche voluntarierin, die hier auf die baeumchen aufpasst. die letzten kilometere stolpern wir im stockfinstern, treffen schliesslich auf einen pickup, der uns die letzten kilometer erspart.

sendero.JPG

das hostel, in dem ich abgestiegen bin, wird von einem sehr netten panameño betrieben, lucho, mit dem und dessen freunden ich die abende hier verbringe; der freundeskreis setzt sich zusammen aus locals, haengenbebliebenen reisenden und auslaendern, die seit langem hier wohnen - im wesentlichen amerikaner - und irgendwie ihrem leben nachgehen. spanisch bis zum umfallen, wie immer allgemeines gelaechter ueber meinen mexikanischen akzent, viel rum und salsa.

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nach einer woche im kuna-land erstaunen mich natuerlich auch die hieseigen indigenas die ngobe-bucle. sie bilden hier eindeutig die unterschicht und leben ihr voellig eigenes dasein zwischen all den anderen panameños und unzaehligen expats. beruehrungspunkte gibt es quasi nicht. meinem eindruck nach pflegen sie eine deutlich machodominiertes leben. staendig sieht man stockbesoffene maenner mit zugeschwollenen augen, die in grueppchen herumstehend auf der strasse herumbruellen, frauen mit kindern hinter sich herschleifen - der unterschied zu den kuna koennte kaum groesser sein. lucho erklaert mir, dass es zu ihren braeuchen gehoert, sich an wochenenden haltlos zu betrinken und dann kaempfe um ehre und frauen auszutragen. tatsaechlich sehen wir eines abends auf dem heimweg grosse menschentrauben vor der einschlaegigen dorfkantina herumstehen - eine szene wie aus fight club: mehrere paare ringender maenner, nackter oberkoerper, blutend ineinander verkeilt. die umstehenden, teilweise auch freuen wanken gebannt aber schweigend mit kaempfenden hin und her. rundherum liegen gestalten wie erschlagen auf dem boden, teils umsorgt von frauen oder freunden, teils allein. es ist ein ziemlich gespenstischer anblick.

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Posted by canica 22.12.2006 3:49 PM Archived in Panama

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