Travel Blogs by Travellerspoint

Dec 06

¡...y un prospero 2007!

32 °C
View Canica en las Americas on canica's travel map.

nach einer abenteuerlichen 6-busse-tagestour von monteverde ueber die wilde grenze sind wir nun in nicaragua angekommmen. san juan del sur ist ein sehr huebsches fischerstaedtchen am pazifik, das sich gerade mit vollgas in den silvestertaumel wirft.

nach massiven schwierigkeiten, eine unterkunft zu finden (ganz nicaragua kommt zu silvester in ebendiesen ort) nisten wir uns schliesslich im winddurchbrausten hotel estrella ein, zimmer ohne fenster mit klapprigen holzwaenden, dafuer mit blick in den offenen dachstuhl, unzaehligen gelben schaukelstuehlen im uberhohen kuehlen erdgeschoss und einem korridorbalkon, der den blick frei gibt auf die wunderbarsten pazifiksonnenuntergaenge. ist es wirklich fast januar?

ich glaube wir werden gebuehrend feiern.
euch alles, alles gute fuer das neue jahr!

annika

Posted by canica 31.12.2006 07:55 Archived in Nicaragua Comments (2)

Email this entryFacebookStumbleUponRedditDel.icio.usIloho

Nationalwunder in Costa Ricas Norden

23 °C
View Canica en las Americas on canica's travel map.

Mareile ist da!

am abend des 26. nach einer etwa vierundzwanzigstuendigen reise erstaunlich munter angekommen, laesst sie es sich natuerlich nicht nehemen, erstmal gruendlich in der naechsten bar auf unsere bevorstehende reise anzustossen - es lebe die apero-mentalitaet!
als am folgenden tag mit zwei hilfsbereiten finnen noch mein pass aus malpais hereinschneit, sind wir geruestet: es kann losgehen.

mareile2.jpg


Best thing to do in Costa Rica oder Spot the Volcano

das tranquilo in san jose ist wahrscheinlich schon der angenehmste aspekt der hauptstadt, doch nach einem tag dort mit pfannekuchen, haengematten und backpacker-vibe ist uns nach mehr aktion zumute. wir machen uns auf nach la fortuna, einem kleinen dorf am fusse des volcán arenal, des aktivsten vulkans zentralamerikas (der welt? so langsam kann ich die lonely-planet-superlative nicht mehr auseinanderhalten).

zwischen weihnachten und neujahr ist es hier natuerlich uberfuellt mit amerikanern und kanadiern und die gesamttonart ist anders als erwartet: die naechtlich besuchten heissen quellen, die wir uns in den wildesten farben ausgemalt haben - laut vertrauenserweckenden quellen das tollste, was ich in ganz costa rica gesehen habe! - entpuppen sich als riesiges touristenspektakel in form eines abenteuerbades mit unerschwinglichen eintrittspreisen, kuenstlich angelegten becken mit zugegebenermassen beeindrucken heissem wasser und zahreichen wasser-bars die zu droehnenden salsa-klaengen klebrig-suesse cocktails ausschenken.

der vielbesungene vulcan, der sich schon waehrend unser vorangegangenen regenwaldtour in dichte wolken gehuellt hat ist leider auch jetzt unsichtbar und bleibt es bis zu unserer abreise. einzig das donnern und droehnen in der ferne, laesst uns erahnen, wie eindrucksvoll die leuchtenden lavastroeme in der dunklen nacht wohl gewesen waeren.


Lara Croft am Tarzanseil

unerschrocken trotz so viel kommerzieller bauernfaengerei stuerzen wir uns am naechsten tag im benachbarten monteverde in das naechste abenteuer: canopy! mit klettergurt an einem buegel befestigt, saust man gut hundert meter ueber dem erdboden durch die baumwipfel des regenwaldes, in den ohren den brausenden fahrtwind und das geschrei der bruellaffen, um uns weisser dampf und goldene nachmittagssonne. ein unglaubliches gefuehl!
die strecke setzt sich aus mehreren seilfahrten zusammen und ist ingesamt ca. 15 kilometer lang, von denen wir jeden einzelnen meter geniessen. zum kroenenden abschluss duerfen sich die mutigen an einem seil in die tiefe stuerzen und quer uber eine lichtung meterweit ueber die baumkronen schaukeln. ob wir mutig sind? natuerlich.

IMG_0303.jpg

monteverde selbst ist ebenfalls gut ausgebaut und dicht besucht aber charmanter als la fortuna. am abend stuerzen wir uns ins lokale nachtleben und tanzen unermuedlich salsa, raggaton und merengue mit den unzaehligen lokalen mountain-, canopy- und volcano-guides - die einzige moeglichkeit den sich immer wiederholenden fragen ¿hablas español? ¿de donde eres? ¿que haces aqui? zu entfliehen.

Posted by canica 30.12.2006 12:12 Archived in Costa Rica Comments (0)

Email this entryFacebookStumbleUponRedditDel.icio.usIloho

¡Feliz Navidad!

26 °C
View Canica en las Americas on canica's travel map.

froehliche weihnachten und festliche wintertage wuensche ich euch aus dem fernen mittelamerika!!

navidad.JPG

heute frueh noch mit den fuessen in der karibik, bin ich inzwischen zurueck in san jose, costa rica, wo es zwar etwas kuehler ist, trotzdem keine rechte weihnachtsttimmung aufkommen will. glitzerdekoration und kunstschnee werden von palmen und gleissender sonne luegen gestraft und etwa ein drittel der backpacker sind ja traditionellerweise ohnehin israelis, die heute keine sentimentalen gefuehle entwickeln.

weihnachtsmann.JPG

ueberall auf den strassen laeuft weihnachts-salsa, hey chiquita, heute ist weihnachten, lass uns tanzen bis zum morgengrauen - zucker - beweg deine hueften, wir feiern die ganze nacht!

auf der busfahrt von bocas/changuinola hierher hoere ich auf meinem i-pod hartnaeckig das weihnachtsoratorium teil I-III - bin halt doch ein kulturspiesser.

Posted by canica 24.12.2006 15:53 Archived in Costa Rica Comments (0)

Email this entryFacebookStumbleUponRedditDel.icio.usIloho

Bocas del Toro

34 °C
View Canica en las Americas on canica's travel map.

bocas.JPG

bocas2.JPG

Posted by canica 24.12.2006 15:51 Archived in Panama Comments (0)

Email this entryFacebookStumbleUponRedditDel.icio.usIloho

Der Berg ruft - Abkuehlen in Boquete

27 °C
View Canica en las Americas on canica's travel map.

Wandertage

als ich nach der wilden bootsfahrt nach portobelo, chickenbus nach panama-city, nachtbus nach david, umsteigen auf weiteren chickenbus nach boquete schliesslich morgens um 8 in den bergen ankomme, erscheint mir alles unwahrscheinlich traumartig. es ist kaum zu glauben, dass ich nur wenige kilometer gereist bin, um hierher zu kommen. boquete in den bergen von chirriqui ist eine wunderbare abwechslung von der tropischen hitze und feuchtigkeit der kueste. die luft ist klar und kuehl, die sonne so strahlend hell; lieblich ist das dorf in sattgruene huegel gebettet, rundherum wachsen nadelbaueme und dichter zauberhafter wolkenwald (bosque nubioso - cloud forest, wie nennt sich der auf deutsch..?) ueber allem wacht der volcan barú, seit langem inaktiv, dennoch gibt es in der umgebung viele schwefelbecken und heisse quellen, die anlass bieten zu herrlichen spaziergaengen und wanderungen.

boquete.JPG

den schoensten ausflug mache ich mit irit, einer israeli, eine tageswanderung durch den urwald, ueber den sendero los quetzales von punta cerro nach boquete. auch wenn wir nicht das glueck haben, einen dieser bunten, federwundrigen quetzales zu sehen, und irit ein durchschnittliches reisetempo von 2 kmh an den tag legt (drei jahre militaer fuer nichts und wieder nichts), ist die wanderung herrlich. am pass auf 2800 metern treffen wir auf bente, eine deutsche voluntarierin, die hier auf die baeumchen aufpasst. die letzten kilometere stolpern wir im stockfinstern, treffen schliesslich auf einen pickup, der uns die letzten kilometer erspart.

sendero.JPG

das hostel, in dem ich abgestiegen bin, wird von einem sehr netten panameño betrieben, lucho, mit dem und dessen freunden ich die abende hier verbringe; der freundeskreis setzt sich zusammen aus locals, haengenbebliebenen reisenden und auslaendern, die seit langem hier wohnen - im wesentlichen amerikaner - und irgendwie ihrem leben nachgehen. spanisch bis zum umfallen, wie immer allgemeines gelaechter ueber meinen mexikanischen akzent, viel rum und salsa.

callas.JPG

nach einer woche im kuna-land erstaunen mich natuerlich auch die hieseigen indigenas die ngobe-bucle. sie bilden hier eindeutig die unterschicht und leben ihr voellig eigenes dasein zwischen all den anderen panameños und unzaehligen expats. beruehrungspunkte gibt es quasi nicht. meinem eindruck nach pflegen sie eine deutlich machodominiertes leben. staendig sieht man stockbesoffene maenner mit zugeschwollenen augen, die in grueppchen herumstehend auf der strasse herumbruellen, frauen mit kindern hinter sich herschleifen - der unterschied zu den kuna koennte kaum groesser sein. lucho erklaert mir, dass es zu ihren braeuchen gehoert, sich an wochenenden haltlos zu betrinken und dann kaempfe um ehre und frauen auszutragen. tatsaechlich sehen wir eines abends auf dem heimweg grosse menschentrauben vor der einschlaegigen dorfkantina herumstehen - eine szene wie aus fight club: mehrere paare ringender maenner, nackter oberkoerper, blutend ineinander verkeilt. die umstehenden, teilweise auch freuen wanken gebannt aber schweigend mit kaempfenden hin und her. rundherum liegen gestalten wie erschlagen auf dem boden, teils umsorgt von frauen oder freunden, teils allein. es ist ein ziemlich gespenstischer anblick.

ngobebucle.JPG

Posted by canica 22.12.2006 15:49 Archived in Panama Comments (0)

Email this entryFacebookStumbleUponRedditDel.icio.usIloho

Weltarchitektur in Portobelo

31 °C
View Canica en las Americas on canica's travel map.

Unverhofft kommt oft

eigentlich wollte ich mir auf dem weg nach panama-city die festungsruinen von portobelo anschauen, die zu den aeltesten des kontionents gehoeren und ueber jahrhunderte den englischen piraten getrotzt haben. viel beindruckender als die klotzig-moosigen gemaeuer finde ich dann aber dieses gebaeude - ein wunderschoenes, deutlich renaissence-inspiriertes schatzhaus, durch das im laufe der zeit ein drittel des gesamten spanischen goldes geflossen ist. ich finde, es strotzt vor kraft und geschmeidigkeit.

arch1.JPG

arch2.JPG

Posted by canica 19.12.2006 15:39 Archived in Panama Comments (0)

Email this entryFacebookStumbleUponRedditDel.icio.usIloho

Hummer und Yakis in Kuna Yala

35 °C
View Canica en las Americas on canica's travel map.

Alle Wege fuehren nach Rom, eher wenige nach San Blas


was nicht heissen soll, dass es die muehe nicht wert waere. angeblich kommt man nur mit dem flugzeug ins inselparadies san blas - das ist aber so nicht richtig. man kann auch den indianerpfad nehmen.

morgens um 4 aus dem bett (endlich raus aus panama-city - hab die nase voll von smog und stadt-geglitzer) geht es mit dem 4WD ueber die wildeste urwaldschlammpiste, die mir je untergekommen ist; der motor qualmt, und fussgrosse schlammbrocken wirbeln auf die windschutzscheibe und durch die geoeffneten fenster, dass es eine freude ist. immer wieder schlittern wir scheinbar unhaltbar durch die knietiefe matsche auf gaehnende abgruende zu, um in letzter sekunde doch noch erettet zu werden; es ist im wahren wortsinn atemberaubend und mir ist ein wenig uebel vor angst. der fahrer ist ein kettenrauchender bulliger chinese, der eher an drogenmafia als an fernoestliche heilkunst denken laesst und flueche ausstoesst, die meine zarten ohren erschuettern. ausser mir sind nur kuna-indianer an bord, die relativ ungeruehrt ihren geschaften nachgehen - schlafen, rauchen, saeuglinge stillen. kurz vor unserem ziel - der kueste- kommen wir an den ueberresten einer bruecke zu stehen, die das hochwasser mitgerissen hat - also mit rucksack und pack umsteigen auf einbaueme und zwischen erdigen krokodilen und schillernd bunten voegeln bis ans meer, von dort schliesslich auf die insel.

yantupu.JPG

fuer die ruckreise hab ich dann aber was tolles in erfahrung gebracht: man kann mit dem boot an die kueste fahren, bis nach miramar, von dort mit dem bus ueber sabanitas nach panama-city - in schlappen gesamt 10 stunden, ruinenbesichtigung in portobelo inbegriffen.
die bootsfahrt ist wild. in einer nussschale von einbaum (diesmal mit aussenbordmotor) fahren wir hinaus aufs offene meer, wo wir fuer vier stunden gnadenlos hin- und hergeworfen weden. die kuna haben sich riesige schwarze plastikplanen mitgebracht und nach den ersten minuten wellengang ist ausser dem steuermann und mir kein gesicht mehr zu sehen. ich ducke mich hinter den ruecken vor mir und denke an meinen rucksack, der sich im vorderen teil des bootes gepflegt volllaufen laesst. da auch diese reise morgens um vier angetreten wird, schaffe ich es, triefend nass bis auf die gaensehaut, mit dem kopf im takt der wellen von der einen an die andere einbaumwand schlagend, einzunicken. vier stunden waren dann aber doch ziemlich lang.

Carti Yantupu


natuerlich will ich nicht verschweigen, dass die knappe woche auf der insel auch mehr als diese unannehmlickkeiten wert gewesen waere. ueber verschiedene ecken habe ich kontakt zu einer kunafamilie aufgenommen, die hin und wieder backpacker bei sich beherbergen - eine voellig einmalige gelegenheit, tatsaechlich auf einer der fast 400 von den Kuna autonom regierten inseln des archipels zu wohnen und einen einblick in ihre sonst eher hermetische kultur zu bekommen.

edith.JPG

unser inselein carti yantupu ist eine der traditionellsten des gesamten archipels; es gibt keine festen bauten, nur winzige einraum-bambushuetten, dich an dicht, getrennt durch enge sandige wege und brotfruchtbaeume und selbstverstaendlich kein einziges hotel. die aeusseren umstande sind denkbar basic: ich wohne zusammen mit der handvoll anderer reisender, die zeitgleich mit mir dort sind, in einer dieser kleinen huettchen; das bett ist eine haengematte, der kuehlschrank ein wasserzuber, die dusche ein eimer mit kelle, die toilette eine relativ gut einsehbare bambuskonstruktion ueber dem meer (zum baden besucht man die enfernten nachbarinseln..).

postal.JPG

und es ist herrlich! jeden tag machen wir mit aaron, dem aeltesten sohn der familie, ausfluege auf eine der unbeschreiblich schoenen badeinseln der umgebung (ich beschraenke mich hier auf die fotos), den rest der zeit verbringen wir mit der familie, kartenspielend mit den maennern; zwischen kuna, spanisch, haenden und fuessen plaudernd mit den frauen; beim yakis - einem geschicklichkeitsspeil mit kieseln und einem flummi - mit den unglaublich neugierigen kindern.

yakis.JPG

die kuna regieren ihre comarca, die sogenannte Kuna Yala, seit einem grossen aufstand 1925 weitgehend unabhaengig von der panamenischen regierung und pflegen ein sehr friedliches und geselliges leben. individualismus und privatsphaere werden nicht sehr gross geschrieben und wichtige eintscheidungen werden gerne im congreso der jeweiligen insel getroffen, der grossen gemeindehuette, wo der inselvorstand, genannt cazique, tagsueber in der haengematte baumelt.

die einzige konstante im erscheinungsbild der maenner ist das omnipraesente baseball-cap.
die sichtbare traditionspflege manifestiert sich vor allem durch die kuna-frauen: in ihren fantastischen kleidern und bunten winis (den traditionellen arm- und fussbaendern) sind sie bereits in panama-city nicht zu uebersehen gewesen. die goldberingt nase wird stolzerhoben getragen, dabei aber gern gekichert. schon die sechsjaehrigen maedchen naehen die kunstvollen molas, die einen bestandteil der bekleidung bilden, heute aber - durch den regen verkauf an entzueckte touristen in ganz panama und sammler weltweit - vor allem auch eine wichtige einnahmequelle darstellen.

molas.JPG


an einem abend kommt die tanzgruppe der insel vorbei, die sich auf den jaehrlichen kunatanzwettbewerb vorbereitet, und uebt vor versammelter mannschaft fuer ihre auffuehrung. nun tragen die herren blaue hemden und schwarze huete, der tanz ist bezeichnenderweise ein gruppentanz, rythmisch, barfuss stampfend und springend, die frauen rasseln ein gleichmaessigen takt, die maenner stossen dazu sich wieder und wieder gleichmaessig wiederholende melodien in ihre doppelpanfloeten. es ist sehr beeindruckend.

TANZ.JPG

am folgenden tag beschliessen die drei maedchen der familie, naygret, anelis und tianet, eine eigene auffuehrung zu machen, sie holen rasseln und animieren uns handvoll backpacker mit ihnen im kreis zu springen. da biegen sich jetzt aber die wuerdigen kuna-damen und familienvaeter vor lachen!


Weihnachstmaenner und Mondkinder

es ist ohnehin lustig, wie, man sich hier gegenseitig bestaunt: waehrend ich mit grossen augen die herrlichen kleider, die einfachen huetten, die ungewohnten gewohnheiten bewundere, sind die kuna nicht weniger amuesiert: ich habe 'haare, wie der weihnachtsmann', ich wuerde schielen, oder, nein: ob ich die ganze welt in blau saehe (naygret zu meinen augen); wann immer man sich den kopf an einem der knapp 1,60 hohen konstruktionstangen der huetten einschlaegt grosses gekicher - kurzerhand wird schliesslich das neugeborene nachbarmaechen nach mir benannt. ob ich in ein paar jahren mal wiederkommen und mit einer kleinen schwarzaeugigen annika yakis spielen werde?

annika.JPG

blond gilt bei den kuna uebrigens als besonders schoen; sie sind die ethnische gruppe mit der weltweit hoechsten dichte an albinos. die heissen hier mondkinder und sind ihrem glauben nach besonders begabte fuehrungspersoenlichkeiten. nur mondkinder sind etwa in der lage, eine mondfinsternis zu betrachten ohne schaden davon zu tragen. der sage nach war es ein beruehmter albino, der den schwarzen drachen abschoss, der den mond aufgefressen hatte. auf der nachbarinseln sehe ich einmal ein albinokind. mit seinen kunagesichtszuegen, dunkelroten augen und strohblonden haaren sieht es tatsaechlich sehr besonders aus.

aaron, der in panama-city studiert hat und fliessend spanisch spricht, gibt mir immer wieder geduldig antwort auf meine vielen neugierigen fragen und weiss seinerseits ziemlich genau ueber europa bescheid. seine aeltere schwester nixia lebt in der hauptstadt und ich frage mich, ob das traditionsbewusstsein, das noch in ihrer elterngeneration verwurzelt ist und die kuna bis heute annaehernd so leben laesst, wie die spanischen eroberer es vor 500 jahren beschrieben haben, auch die naechsten jahrzehnte ueberdauern wird. ob er auf carti leben bleiben wird? natuerlich, sagt er.

aaron.JPG

am letzten abend vor der abreise verabscheide ich mich schweren herzens von der ganzen familie, arquimedes und edith, die eltern, bieten mir ruehrenderweise noch eine unterkunft in panama-city an, nur aaron ist in einer wichtigen besprechung mit dem dorfcazique und morgens muss er noch frueher raus als unser abreiseboot - schade.
als ich aber im morgengrauen meine siebensachen packe, braust draussen ein kleiner motorisierter einbaum am ufer vorbei und man hoert eine gellende stimme aniii, aniiiii!, ehe das boot in der dunkelheit verschwindet.

Posted by canica 18.12.2006 15:23 Archived in Panama Comments (0)

Email this entryFacebookStumbleUponRedditDel.icio.usIloho

Panama-City

32 °C
View Canica en las Americas on canica's travel map.

Panama-City

panama.JPG

um nicht ganz den anschluss zu verlieren, halte ich mich hier mal kurz: panama-city ist gross, glitzernd verschmutzt und teuer. ausserdem scheinbar relativ gefaehrlich - unzaehlige backpacker denen ich hier begegne sind entweder unmerklich im bus ihres geldes verlustig oder sogar direkt mit der waffe ausgeraubt worden. ich vertraue mal wie ueblich auf mein glueck.

bus.JPG


Panama-Kanal

die kanalschleusen von miramar sind toll! wassermassen, die hin- und hergewaelzt werden, ozeandampfer, die sich wie im aufzug auf und ab bewegen, ein (unbrauchbares) museum gibt es auch.

kanal1.JPG

hoehensprung im wasserspiegel


kanal2.JPG

boetchen kommt...


kanal3.JPG

...wasserspiegel wird angeglichen...


kanal4.JPG

...schleusen gehen auf...


kanal5.JPG

...boetchen geht.

anschliessend spaziere ich noch ein bisschen durch den regenwald, ein stueck den verwucherten sendero charco entlang, der vor kanal und bahn urspruenglich die kuerzeste ueberbrueckung des isthmus darstellte und die conquista erstmalig an den pazifik fuehrte.

aasgeier.JPG


Casco Antiguo

casco1.JPG

die wunderschoene altstadt entschaedigt mich fuer meinen bisherigen misseindruck von panamas hauptstadt. zusammen mit holger aus apolda (!!) spaziere ich den ganzen tag durch die verfallenen gaesschen und mache unzaehlige fotos. direkt am meeresufer findet sich ein atemberaubender palast, ueberwuchert und von grossen baeumen durchwachsen - was man damit machen koennte!

CASCO21.JPG

die altstadt ist offensichtlich im wechsel begriffen: noch gefaehrliches ghetto wird sie allmaehlich dem tourismus zugaenglich gemacht; die regierung verpflanzt grosse bewohnergruppen in stadtrandgebiete, erste cafes und laedchen machen sich breit. tja.

casco3.JPG

in einem kleinen cafe komme ich mit wilma ins gespraech; sie ist tatsaechlich mit einem wailers-gitarristen verheiratet (ja, die bob marley wailers) und lebt die haelfte des jahres in jamaica. ich soll ihr schreiben, wenn es mich nach kingston verschlaegt, da haengen sie den ganzen tag mit ziggy herum, hihi.

WILMA.JPG

wider erwarten kommen wir heil zuhause an.

Isla Taboga

die Isla de las Flores ist eine pittoreske und unbeschreiblich ruhige insel vor den toren der stadt. zwei tage dort ist genau das, was ich nach panama-city brauche. dort lerne ich auch ohad kenne, einen israelischen bergfuehrer, der genau wie ich nach san blas weiterreisen will.

taboga.JPG

Posted by canica 09.12.2006 15:19 Archived in Panama Comments (0)

Email this entryFacebookStumbleUponRedditDel.icio.usIloho

Oh, wie schoen ist Panama!

35 °C
View Canica en las Americas on canica's travel map.

Grenzerfahrungen, Paso Canoas

das passiert mir nicht zum ersten mal: kaum haben die grenzbeamten gemerkt, dass ich fliessend spanische und englisch spreche, wollen sie mich nicht mehr gehen lassen. zuerst muss ein haufen
uebersetzungen vorgenommen werden; hilflose amerikaner, franzosen, ein chinese - auf dem landweg ist paso canoas der haupteingang nach panama.
dabei haben wir selbst alle haende voll zu tun, vor allem wegen des firetrucks. so eine grenzueberquerung eine riesenaktion mit stempeln und fliegenverklebten kopien und visa-ausstellung und schlaefrig-verschwitzter tropenbuerokratie. die jungs kennen das allerdings schon und sind relativ stoisch.


Las Lajas, Pacifico!

las_lajas.JPG

die grosse belohnung ist der herrliche strand von las lajas, den mein reisebuechlein als "popular with locals" beschreibt, was wohl ubersetzt werden kann als "keine sau da". kilometer um kilometer kokosgesaeumter strand, die einzige bewegung sind der wind in den palmen, die schneeweissen wolkentuerme am blauen himmel und die tosenden wellen. seidenreiher und meeresvoegel spazieren umher, hin und wieder galoppieren ein paar verwilderte pferde durch die brandung und am horizont werfen sich riesige stachelrochen wie schwere nasse tuecher aus dem wasser.

caba_a.JPG

die jungs haben ihren ranzigen bus (jaja, man gewoehnt sich an den geruch), anna und ich wohnen in einer winddurchwehten kleinen bambushuette - matratze, moskitonetz, in jeder wand ein grosses
fenster zum aufsperren, haengematte vor der tuer. und mehr braucht's auch kaum zum vollkommenen gluecksgefuehl.

muschelzeug.JPG

Posted by canica 02.12.2006 15:17 Archived in Panama Comments (0)

Email this entryFacebookStumbleUponRedditDel.icio.usIloho

(Entries 1 - 9 of 9) Page [1]